Boston Tag 1
Eine Woche in Boston zur Share. Von meinem kurzen Zwischenaufenthalt in Herndon habe ich euch ja schon das letzte Mal berichtet.
Es begann alles am Sonntag, den 1.8.
Taxenunternehmen brauchen eine Adresse. Leider gibt es meine Adresse nicht in den Weiten des Internet. Mein Tom Tom kennt die auch nicht. Nur über GPS Koordinaten konnte ich dem TomTom sagen, wo mein Heimatort ist. Also Taxiunternehmen brauchen eine Adresse. Als Adresse gilt nicht: Ich stehe an der Kreuzung von .... Also muss man eine andere angeben, die sie kennen oder manchmal auch nicht. Ist zwar nicht meine Adresse, aber immerhin eine Adresse. Und was sie heute kennen, haben sie morgen wieder vergessen. Kurze Rede langer Sinn: Sie kannten sie mal wieder nicht. Biltmore Drive gibt es nicht in Herndon . Das Problem ist, sie kommen sowie so nicht rein in die Siedlung. Gated Community. Und genau deshalb leite ich sie immer zu einem der Gates. Das am weitesten entfernte Gate ( circa 20 Minuten zu Fuß mit Gepäck) und die zugehörige Adresse, die kennen sie.Die Adresse des nächsten Gates kennen sie nicht. Und das mittlere Gate kennen sie manchmal. Murphy lässt grüßen
Es gibt sie also noch die weißen Flecken auf der Erde. So müssen sich Livingston und andere gefühlt haben, als sie in Afrika Neuland betraten. Nicht mehr Abenteuer Erde sondern Abenteuer Taxi.
Am Gate (des Terminals) nach dem Einchecken angekommen, machte ich dann Bekanntschaft mit einer Gruppe von 30 Asiatinnen im Teenageralter. Zwei Lehrer betreuten die Truppe. Für ungefähr eine zehntel Sekunde dachte ich: toller Job. Dann begann das Kichern, die schrillen Stimmchen zu zwitschern. Personen, die atonale "Musik" lieben, hätten ihre helle Freude gehabt. Eine Sinfonie in schrill und hoch.
Gekleidet waren die Mädels allerdings perfekt. Die Damen von Sex and the City sehen dagegen aus, wie aus der Altkleidersammlung gestyled. Fast alle mit Sonnenbrille. Einige mit Sonnenbrillen aus den siebziger Jahren. Größer als ihr Gesicht. Viele hatten ein keckes Hütchen auf. Einige hatten auch zwei kecke Hütchen auf: doppelt keck. Farblich alles aufeinander eingestimmt. Die kleinsten Mädels trugen mal wieder die größten Handtaschen. Ein Beweis für mein Handtaschengesetz: Die Größe einer Frau ist umgedreht proportional zur Größe der Handtasche, die sie trägt. :-) Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da investiert wurde, um so gestyled zu sein.
An Schlaf war auf dem Flug nicht zu denken. Ein Kicher von links, ein Zwitscher von rechts. Ein furioso mittendrin an verschiedenen Stimmlagen.
Leider war das Zimmer noch nicht fertig. Und so ging ich dann ab 11:00 Uhr etwas spazieren.
Boston ist eine Großstadt. Noch nicht ganz Typ amerikanische Großstadt wie New York. Aber es hat eine Skyline, Es hat auch die Glaspaläste und es hat vor allem Geschichte. Geschichte hat Washington auch. Aber Washington ist eher weit und nicht hoch. Ganz anders als Boston.Und es hat ein besseres Klima. Ein frischer Wind von der See her. Die Luftfeuchtigkeit ertragbarer. Es war eine sehr angenehme Woche.
Boston hat viele Obdachlose. Im Sommer stelle ich mir das ganze "noch nicht so schlimm" vor. Die Nächte sind warm. Aber die Winter sind kalt.
Es ist schon sehr eigentümlich zu sehen, wenn in Boston Commons - dem ältesten Park der USA - die Obdachlosen gespeist werden. Oder wenn die Sprenkler zur Dusche genutzt werden. Da bleibt dann auch meine Kamera aus. Das sind Bilder, die in meinem Kopf bleiben.
Das war Teil 1 meiner Boston Reportage. Teil 2 mit ein paar Anmerkungen zur Konferenz folgt dann am Freitag und Teil 3 mit dem Wochenende 7.8 / 8.8 dann am Montag.
Hier noch ein paar Bilder meines ersten Tages aus Boston.
The T oder MeTro. Abgeleitet von Trolley. Das Zeichen für eine Metrostation.

Danach mal drei Architekturbilder



Und mein Lieblingsbild: Die amerikanische Flagge in der JFK Library.

Man liest sich am Freitag