John Browns Body
lies a moldring in the grave. And his soul goes marchin on.
Sind wir nicht alle 68er. Haben wir nicht am Lagerfeuer Glory Glory Halllujah gesungen. Frage interessehalber: Auch der östlliche Part der Republik ?
Wer ist John Brown ? Ich weiss ja noch wer Alice ist (die Nachbarin von Howard Carpendale, die auszog, um nicht im gleichen Haus zu leben wie er). Aber wtf is John Brown.
Seit Samstag weiss ich es. Ich war nämlich in Harpers Ferry.
John Brown war ein Gegner der Sklaverei. Und um etwas zu bewegen, beschloss er nach Harpers Ferry zu fahren, um dort das Munitionsdepot - eines der grössten / das grösste im Lande - zu überfallen, um mit den erbeuteten Waffen die Sklaven zu versorgen, die sich dann ihren Weg aus der Sklaverei freischiessen konnten. Der gutgemeinte Plan hatten nur einige Schönheitsfehler: Die Sklaven beteiligten sich nicht am Aufstand und 21 Leute waren nicht genug, um diese Aktion zum Erfolg zu führen. Neben Soldaten und Aufständischen, gab es auch - wie es heute heisst - zivile Opfer zu beklagen. Darunter auch einige Sklaven, die unschuldig ihre potentielle Befreiung mit dem Leben bezahlten.
Und nach wenigen Stunden wurden die wenigen Überlebenden des Aufstandes verhaftet.
Robert E. Lee nahm ihn gefangen. Robert E. Lee hier noch General der Unionstruppen, der Bürgerkrieg war noch in näherer Ferne. Und so wurde er kurzerhand nach Charles Town gebracht, ihm dort der Prozess gemacht und vier Wochen später wurde er dann gehängt.
Und wo wie gerade dabei sind. Natürlich war auch früher George W. (nicht Bush sondern Washington) in Harpers Ferry. Und Lincoln später auch. Und Thomas Jefferson saß auf einem Felsen, der seitdem seinen Namen trägt, und fand das alles ganz toll hier. Schön wäre jetzt noch hätte er dort auch an der Unabhängigkeitserklärung geschrieben, aber dafür fanden sich keine Hinweise in Harpers Ferry. Und beim letzten Gang von John Brown, bevor dann das Vermodern begann, da waren auch Stonewall Jackson (damals nur Jackson, Stonewall wurde er später) und auch John Wilkes Booth zugegen. Den hatte ich hier im Blog noch nicht erwähnt. Der erschoss später Lincoln. Sehr subjektiv betrachtet dreht sich sich amerikanische Geschichte immer um die gleichen Personen.
Warum ich das alles schreibe:
Ich kam ins grübeln. Was wäre heute, wenn John Brown heute leben würde. Wie würde man ihn hier und heute sehen. Würde man ihn verteufeln oder ihn zur Ikone machen, ihm sogar ein Lied auf den toten Leib komponieren. Hochverrat und Terrorismus wären - so glaube ich - noch die geringsten Vorwürfe. Wie würde der der Staat reagieren. Würde man Ihn Mörder nennen oder einen hochverräterischen Märtyrer. Dem nur ein klein wenig die Aktion aus dem Ruder gelaufen ist. Dessen Idee an sich aber gut war. Wie ändert sich der Blick auf eine Person im Laufe der Geschichte. Wird man George W. - dieses Mal nicht Washington - sondern Bush eventuell positiv sehen.
Es war ein interessanter Tag in Harpers Ferry. Damals Virginia, heute West Virginia. Auch eine Folge des Bürgerkrieges. Für nähere Einzelheiten dazu siehe Wikipedia
Aber wenn man dann zum ersten Mal nach West Virginia fährt, dann hat man ein Lied im Kopf. Da war doch was:
West Virginia, Blue Ridge Mountains, Shenandoah River. Life is old here, older than the trees, younger than the mountains growing like a breeze
Und genau da liegt Harpers Ferry. Dort wo der Potomac und der Shenandoah River sich treffen, zu Füssen der Blue Ridge Mountains.
Leider sind die Country Roads inzwischen Turnpikes gewichen. Und man kann nicht halten, stoppen oder parken, um das Farmland zu geniessen.
Aber als ich nach West Virginia einfuhr, da hörte ich John Denver singen.
Country Roads, take me home, to the place where I belong, West Virginia, Mountain Momma,take me home country roads....
Manchmal höre ich Stimmen :-)
Und wenn ihr ganz leise bei Google "john denver country roads youtube" eingebt, dann könnt ihr sie auch hören
Mal einige Bilder aus Harpers Ferry.






Man liest sich